Geschichte

August Ludwig Schmitt, Schüler von Adolf Hölzel, gründete im Jahr 1927 die Freie Kunstschule Stuttgart und leitete sie nach den Grundsätzen von Prof. Dr. h. c. Adolf Hölzel. Der Meister ließ es sich nicht nehmen, Anfang Mai 1927 den einleitenden Eröffnungsvortrag und eine Reihe von Vorlesungen an der neuen Schule zu halten. Um sich nicht dem Druck der Nationalsozialisten beugen zu müssen, stellte die Schule in den 30er Jahren ihren Unterricht freiwillig ein.

Nach dem Krieg, in den Jahren 1946 und 1947, beschlossen u.a. Rudolf Müller, Emil Brüllmann, Hans Fähnle, Hermann Hübsch, Anton Kaper, Heinrich Kübler und Helmut Muehle die Freie Kunstschule Stuttgart wieder zu gründen. Am 11. Dezember 1948 wird der Verein Freie Kunstschule Stuttgart in das Vereinsregister des Amtsgerichts Stuttgart eingetragen.

Als Zweck des Vereins wurde in der Satzung festgelegt, dass der Verein gemeinnützig dem künstlerischen Nachwuchs eine gründliche Ausbildung auf dem Gebiet des allgemeinen Zeichnens, der Malerei, der Plastik, der Gebrauchsgrafik und des Modezeichnens vermitteln soll und gleichzeitig der Fortbildung der in Handwerk und Kunsthandwerk beruflich Tätigen dienen soll.

Bereits 2 Jahre zuvor, also 1946, ist eine Unterrichtstätigkeit in Form von Abendkursen (anfänglich wohl noch nicht unter der späteren Firmierung) in den Räumen der Steinbeis-Schule Stuttgart nachzuweisen. Unterrichtet werden: Freihandzeichnen, Malen, Schrift, darstellendes Zeichnen und Modellieren. In den Aufnahmebedingungen wurde damals festgelegt: »Aufgenommen wird nur, wer tagsüber einer handwerklichen oder sonstigen Beschäftigung in festem Arbeits- oder Angestelltenverhältnis oder in eigenem Geschäft nachgeht, die vom Arbeitsamt genehmigt ist. Denn falls die Verhältnisse sich für künstlerische Betätigung ungünstig gestalten, sollen die Schüler auch dann in der Lage sein, Ihr Brot zu erwerben. Das Entstehen eines Künstlerproletariats soll hintanhalten werden.«

Ende Dezember 1948 wird die Schule vom Kultusministerium genehmigt.

1955 wird der Besuch der Lehrgänge an der Freien Kunstschule Stuttgart vom Landesaufsichtsamt für die Sozialversicherung gemäß Angestelltenversicherungsgesetz als berufliche Fortbildung anerkannt.

1973 wird dem Verein die Gemeinnützigkeit zuerkannt.

Seit 1989 sind die Vollstudiengänge gemäß BAföG förderungswürdig.

Die Freie Kunstschule Stuttgart wird von der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.