„Absperrband“-Installation

20.04.2021

Die wallende Mähne des freien Geistes

Eine Installation mit Absperrband bildet den Auftakt zu weiteren Pandemie-Interventionen.
Als Reaktion auf die pandemiebedingt angeordnete Einstellung des Lehrbetriebs seit Mitte Dezember 2020 tritt die Freie Kunstschule Stuttgart nun mit künstlerischen Interventionen auf dem Campus der ehemaligen Zuckerfabrik öffentlich in Erscheinung.
Den Auftakt bildet eine Installation, die dem Bachsteingebäude eine Mähne von rot-weiß gestreiftem Absperrband aus den Fensteröffnungen wallen lässt. „Die Paradoxie der Verwendung dieses alltäglich unübersehbar gewordenen Utensils der Beschränkung, das, flatternd im Wind, einen neuen Bedeutungsgehalt als Sinnbild für den Geist der freien Kunst erhält, ist auch als Protestnote gegen die Ungleichbehandlung im Vergleich mit den Kunsthochschulen durch die Landesregierung zu verstehen“, so Rektor Martin R. Handschuh.
Auch im Innern hält die Projektgruppe von einem Dutzend Studierender Denkanstöße parat: durchkreuzte Räume, eine straff umwickelte Radierpresse – Metaphern für alles herbeigesehnte Kunstschaffen, das derzeit nicht möglich ist.
Daran anknüpfend, wird der rot-weiße Faden künftig weitergesponnen, unter anderem mit performativen Elementen, die in unregelmäßigen Abständen bildhafte Lebenszeichen aus der FKS geben.